4. April 2026
Apportieren lernen

Apportieren macht vielen Hunden riesigen Spaß – keine Frage. Damit daraus aber mehr wird als wildes Hinterhergerenne, lohnt es sich, von Anfang an ein paar klare Regeln einzubauen. So bleibt es eine Beschäftigung, die Freude bringt und Erziehung gleich mitliefert.
Apportieren oder Stöckchen werfen?
Zwischen richtigem Apportieren und wildem Stöckchenwerfen liegen manchmal Lichtjahre. Bei der spontanen „Hol mal das Ding da!“-Variante rennt der Hund einfach los, macht irgendwas, bringt vielleicht etwas zurück – vielleicht aber auch nicht. Pädagogischer Wert? Na ja. Beziehungspflege? Eher Zufall. Im schlimmsten Fall pusht man sogar das Jagdverhalten. Beim echten Apportieren dagegen zieht ihr beide an einem Strang – mit klaren Regeln und einer Menge Spaß.
Apportieren mit Welpen
Junge Hunde wollen beschäftigt werden, sonst erfinden sie ihre eigenen Hobbys – und die gefallen uns selten. Wenn dein Welpe also gern Dinge trägt, nutze das! Gerade Retriever und Jagdhunde haben das Apportieren quasi im Blut. Schon ab etwa sechs Wochen kann man spielerisch starten: Bringt der Welpe etwas zu dir, gibt’s ein Leckerli als fairen Tausch.
Hat er das Prinzip verstanden, reduzierst du die Belohnung langsam – aber bitte nur bei Dingen, die er wirklich haben darf. Socken, Hausschuhe und Fernbedienungen zählen nicht dazu. Diese nimmst du kommentarlos an, aber ohne Drama. Schimpfen würde nur die Freude am Apportieren dämpfen – und die brauchen wir.
Wenn der Hund nicht apportiert
Manche Hunde schauen einen beim Werfen einfach an wie: „Und was genau soll ich jetzt tun?“ Dann braucht es Motivation – am besten in Form eines Futterdummys. Der riecht nicht nur lecker, er verspricht auch Futter.
Mach ihn spannend: wirf ihn kurz hoch, fang ihn auf, zieh ihn über den Boden, rede deinen Hund spielerisch an. Nimmt er den Dummy ins Maul, wird gefeiert: Belohnung, Lob, Party. Das reicht für den Anfang völlig.
Apportieren lernen – Schritt für Schritt
Wenn dein Hund beginnt, Dinge zurückzubringen, kannst du „echtes“ Apportieren aufbauen. Eine Schnur am Dummy hilft manchmal, das Interesse zu wecken. Wirf ihn nur wenige Meter und gib ein klares Signal wie „Bring“.
Rennt dein Hund nicht sofort los, bleib stehen, geh sogar eher ein paar Schritte zurück – so wird es spannender. Wichtig ist eine ruhige Umgebung: keine stöbernden Hunde, keine tobenden Kids, möglichst wenig Ablenkung. Und: fang mit sehr kurzen Distanzen an.
Regeln beim Apportieren
Damit Apportieren nicht zu „Ich renne jedem bewegten Objekt nach!“ mutiert, braucht es zwei Grundregeln:
- Vor dem Wurf wird gesessen.
- Loslaufen erst auf Kommando.
Gerade Hunde, die gern mal Joggern oder Radfahrern hinterherflitzen, profitieren enorm davon. Trainiere zuerst im Kleinen: Hund sitzt, du wirfst den Dummy ein paar Zentimeter in die Luft. Bleibt er sitzen? Super. Wenn nicht, hilft in der Anfangszeit eine Leine zum Stoppen.
Er darf erst los, wenn du „Bring“ sagst. Rennt er vorher, darfst du den Dummy selbst holen. Das wirkt wahre Wunder – kaum etwas ist für Hunde frustrierender, als dass der Mensch plötzlich die Beute kassiert.
Apportieren für Fortgeschrittene
Sobald das Grundprinzip sitzt, kannst du das Ganze richtig spannend machen:
- größere Entfernungen
- Würfe nach links, rechts oder hinten
- mehrere Dummys nacheinander
- Dummys auslegen und den Hund gezielt per Armzeichen hinschicken
Das ist kein Stöckchenwerfen mehr, das ist Teamwork! Dein Hund arbeitet mental wie körperlich, und du wirst vom Wurfautomaten zum spannenden Trainingspartner. Apportieren ist Erziehung, Auslastung und Beziehungspflege in einem – und das einzige, was du brauchst, ist ein Dummy. Also: Los geht’s!






